Warum wir einen Aktionsplan Frauengesundheit brauchen

Von Bundesministerin Dr.in Pamela Rendi-Wagner, MSc

© Andy WenzelMehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen. Ihre Gesundheitsrisiken, ihr Gesundheitsverhalten und ihre Krankheitsverläufe unterscheiden sich in verschiedenen Aspekten von jenen der Männer. So leben Frauen zum Beispiel länger, haben jedoch weniger Lebensjahre in guter Gesundheit als Männer. Auch treten etwa bei Herzerkrankungen bei Frauen oft andere Symptome als die „klassisch männlichen“ auf, weswegen Herzinfarkte bei Frauen seltener richtig erkannt werden und die Heilungschancen sich verschlechtern. Frauen sind aber auch von sozioökonomischen Gesundheitsdeterminanten, insbesondere Armut, deutlich stärker betroffen als Männer.

Wenn wir also gesundheitliche Chancengerechtigkeit für alle Menschen herstellen wollen, müssen wir möglichst breit ansetzen. Dazu tragen viele Aspekte wie Rollenerwartungen, Arbeitsbedingungen und Einkommenschancen ebenso bei wie ein gewaltfreies Leben und die Möglichkeit an der Gesellschaft zu partizipieren. Der Aktionsplan Frauengesundheit ist in diesem Bereich ein wichtiger Meilenstein. Im Aktionsplan sind Ziele und Maßnahmen für gemeinsame Lösungen formuliert, die nun im nächsten Schritt gemeinsam von allen Stakeholdern umgesetzt werden sollen. Dadurch sollen frauenspezifische Gesundheitsthemen sichtbar gemacht und Veränderungsansätze entworfen werden.

Als Gesundheits- und Frauenministerin stehen Gleichstellung und Gesundheitsförderung ganz oben auf meiner Agenda. Um in beiden Bereichen Verbesserungen zu erwirken, möchte ich zunächst die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angehen: Mit Maßnahmen wie dem Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen sowie dem zweiten Gratis-Kindergartenjahr können die Einkommensmöglichkeiten von Frauen verbessert werden. In die gleiche Richtung geht auch meine Forderung nach der Bekämpfung der Armutsgefährdung von Frauen durch die Erhöhung des Mindestlohns auf 1.500 Euro. Auch muss die Betreuung und Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen sichergestellt werden. Alle 17 Wirkungsziele und 40 Maßnahmen können im Aktionsplan Frauengesundheit unter www.bmgf.gv.at/home/Aktionsplan_Frauengesundheit nachgelesen werden.

 

Foto: © Andy Wenzel